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Pflegemanagement

Organisation der Pflege

Aktuelles rund um Fragen zum Pflegemanagement  finden Sie unter  PPM PRO PflegeManagement-Verlag - Pflege braucht Wissen

Grundsätzlich gilt:

Je mehr Personen beteiligt sind, desto wichtiger sind vorausschauendes Planen, Absprachen und Ergebnisbewertung.

Vor allem Leitungskräfte in der Pflege sollten  Organisationstalent mitbringen,  denn dieses kann nur bedingt in der Weiterbildung zur Stationsleitung/Wohnbereichsleitung oder im Studienfach Pflegemanagement, vermittelt werden.  Ob die in den Standards oder dem QM-Handbuch definierte Qualität in der Praxis umgesetzt wird, hängt  vor allem von den tatsächlichen Führungsqualitäten leitender Mitarbeiter ab.  Ich habe mehrfach erlebt, wie ein vergleichsweise hohes Qualitätsniveau in einer Einrichtungen, nach einem Wechsel in der Leitungsebene, binnen kurzer Zeit massiv abgesunken ist, weil die Nachfolgerin/der Nachfolger elementare Fehler in der Mitarbeiterführung machte oder ein solch hohes Niveau in der eigenen Praxis nie erfahren hat.  Hat beispielsweise eine Pflegedienstleiterin  in der eigenen praktischen Berufsphase die Vorzüge der Bezugspflege nie kennengelernt,  wird sie unwillkürlich Tendenzen der Funktionspflege unterstützen.  Spätestens in Engpassituationen wird jede Leitungskraft und Fachkraft  auf die ihr geläufigen Organisationsmuster und Verhaltensweisen zurückgreifen.  Bekanntermaßen dauert es mehrere Jahre bis der Umstellungsprozeß bei den Mitarbeitern eines Bereiches mental vollzogen ist.  Vorausgesetzt das Team bleibt konstant. Ob die eingeführte Bezugspflege in der Praxis angekommen ist, erkennt man daran, dass es in und nach Engpasssituationen keine  Rückfälle in funktionale Muster gibt oder diese im Team erkannt und korrigiert werden.  Bei anderen Standards ist das ähnlich, weshalb auf dem Papier meist etwas ganz anderes steht, wie das was praktiziert wird.  Von den mehr als 5000 Einrichtungen/Pflegediensten die eine Lizenz zur Nutzung der Stösser-Standards erworben haben, dürften nur ganz wenige in der Praxis dem beschriebenen Anspruch gerecht werden.  Für mich  war gerade diese Erfahrung der Hauptgrund dafür, das ich mich nicht mehr in erster Linie mit der Entwicklung und Verschriftung von Pflegestandards  befasse, sondern einen anderen Ansatzpunkt  gewählt habe.

In Zukunft sollen  Case oder Care ManagerInnen die Pflege organisieren. An die ungewohnten Begriffe, werden wir uns gewöhnen. Doch wer denkt, dass diese aus England stammenden  Modelle, die hierzulande Einzug halten sollen, unser Pflege- Probleme lösen werden, hat den Problemzusammenhang nicht verstanden.  Gerade am Beispiel der Pflegeentwicklung in England  können wir vor allen Dingen lernen, wohin diese Ansätze führen, nämlich in eine noch stärkere Verbürokratisierung und Kostensteigerung der Pflege, so dass sich immer weniger Menschen professionelle Hilfe überhaupt noch leisten können.  Eine ähnliche Entwicklung kann man in Amerika beobachten. Es geht ganz klar wieder zurück in Richtung der Stationsleitungen früherer Zeiten, die als einzige einen gewissen Überblick haben konnte und die Aufgabenverteilung von oben nach unten steuerte.  Qualifizierte Kräfte, weil sie teuer sind, werden vorzugsweise für behandlungspflegerische Aufgaben eingesetzt, daneben gibt es alle möglichen Hilfsdienste, die punktuell dort eingesetzt werden, wo z.B. jemand Hilfe beim Essen oder beim Waschen braucht.  Für die menschliche Betreuung, seelische Nahrung und geistige Anregung werden sog. Pflege-Assistenten eingesetzt, die übers Arbeitsamt vermittelt wurden etc.

Die Pflege in Deutschland ist auf dem Weg zurück in die Funktionalität.  Der Mensch, wenn er zum Pflegefall geworden ist, wird von Fall-Managern verwaltet und durch die Instanzen geschleußt.  Für diese rückschrittige Entwicklung möchte ich jedenfalls nicht mit verantwortlich sein.  Wenn die Berufsverbände und die Pflegewissenschaftler nicht sehen, wo dieser Weg uns hinführen wird,  muss es wohl zum finanziellen Crash im Pflegesektor kommen, bevor grundlegende Reformen unumgänglich sind.

Eine gute Pflegeorganisation liegt vor wenn

1. Ein pflegebedürftiger Mensch die Hilfe erhält, die er braucht, um Verbesserung zu erreichen, Verschlechterung zu verhindern oder würdevoll aus diesem Leben ausscheiden zu können.

2. Die Mitarbeiter in ihren Selbstorganisationsfähigkeiten gefördert werden, so dass diese eigenverantwortlich und mitdenkend tätig werden können. Das wird am ehesten erreicht, wenn ein Mensch sich mit dem was er tut identifizieren kann und eine positive Beziehung aufbaut.  Aus menschlicher Sicht gibt es keine Alternative zur Bezugs- und Beziehungspflege.

3. Die Kosten in einem guten Verhältnis zum Nutzen steht.  Um das feststellen zu können, bedarf es regelmäßiger Qualitätsprüfungen, die sich am Ergebnis orientieren.


Die Stösser-Standards und das diesen zugrunde liegende Pflegeverständnis, sind in diesem Sinne gedacht. Es handelt sich um ein Gesamtkonzept bestehend aus vielen Einzelkonzepten, welches als organisatorisches Steuerungsinstrument genutzt werden kann.