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Pflegeleitbild

Welche Wunschvorstellung leitet Ihr Handeln?

Indem Sie diese Frage beantworten, kennen Sie Ihr persönliches Leitbild.


Zwischen den Pflegeleitbildern, die in Prospekten und Internetseiten von Pflegediensten stehen und dem Bild, welches die Praxis vorweist, liegen oft Welten. Den hohen Anspruch vieler Einrichtungen, steht nicht selten eine ernüchternde Realität gegenüber. Manchmal sind sich die Betreffenden dessen nicht einmal bewusst, wie mir während der Zeit aktiver Standardentwicklung für rund 80 Pflegeeinrichtungen deutlich wurde.

Hierzu ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Eine namhafte, konfessionelle Trägerorganisation, die bundesweit 22 Altenheime und ein Krankenhaus betreibt, wurde von uns über 6 Jahre bei der Standardentwicklung betreut. Diese Dienstleistung sah folgendermaßen aus: Im Rahmen des Qualitätssicherungsverfahrens wurden die Themen festgelegt, die in einem bestimmten Zeitraum bearbeitet werden sollten. Jede Einrichtung erhielt den von mir zum betreffenden Thema entworfenen Standard, den die leitenden Pflegepersonen prüfen und den eigenen Geflogenheiten und Wünschen entsprechend anpassen sollten. Anschließend wurden uns die Entwürfe, mit den meist handschriftlich angemerkten Änderungswünschen, zugeschickt. Je nach Thema setze sich ein Mitarbeiter oder ich mich daran, um diese zu bearbeiten, wobei wir fragwürdig erscheinende Änderungswünsche zumeist durch telefonische Rücksprache oder eine schriftliche Gegendarstellung zu klären versucht haben. Denn es ging uns ja gerade darum, unsinnige Pflegegewohnheiten aufzuspüren und durch sinnvollere zu ersetzen. Beim Thema: Umgang mit dem verstorbenen Bewohner, reichten Telefonate und Briefe alleine jedoch nicht aus, um die Welten zusammenzubringen, die hier auseinander klafften. Beispielsweise herrschte in Haus A die Sitte, den Verstorbenen so aus dem Reich der Lebenden zu 'entsorgen', dass kein Mitbewohner etwas merkte. Der Leichenwagen kam nachts und auch sonst wurde dieses Ereignis nicht publik gemacht. In Haus D hingegen war es üblich jeweils eine feierliche Verabschiedung zu gestalten, wobei der Heimleiter ebenso einige Worte am Bett des würdevoll hergerichteten Verstorbenen sprach, wie jeder im Heim, der dazu ein Bedürfnis verspürte. Es wurde gebetet, gesungen und soweit bekannt ganz individuell dem entsprochen, wie sich der Bewohner diese Verabschiedung gewünscht hatte. Die Geflogenheiten in den übrigen Häusern lagen irgendwo zwischen diesen beiden Extremen. Als ich dieses Ergebnis den geistlichen und weltlichen Herrn in der Führungsetage präsentierte, wollten sie es zunächst nicht glauben. Denn diese Unterschiede waren bis dahin niemandem aufgefallen. Und zwar deshalb nicht, weil erstens keiner danach gefragt hatte, dieses Thema war kein Thema, und es zweitens keine schriftlichen Standards gab, die in der Zentrale hätten eingesehen und verglichen werden können.

Ähnliches war oft zu beobachten. Jeder Mitarbeiter kocht irgendwo sein eigenes Süppchen und solange dabei kein Problem nach oben hoch kocht, interessieren sich die Leitenden wenig dafür was vor Ort im Einzelnen abläuft. Von dem was sich Einrichtungen auf Ihre Fahnen schreiben ist deshalb in der Praxis selten viel zu sehen.

Fazit: Ethisch hoch stehende oder an ein christliches Werteverständnis appellierende Leitbilder, sind solange nichts als Worthülsen auf dem Papier, wie der hier formulierte Anspruch nicht bis hinunter auf die Handlungsebene durchdacht und definiert ist.

Doch selbst ein in höchster Höhe schwebendes Leitbild, gibt an, was man gerne gewährleisten möchte.

Darum sollte man nicht seinen Anspruch senken, sondern darauf hinarbeiten, dass diesem in der Praxis entsprochen werden kann. Standardentwicklung und Qualitätssicherung liefern dafür die Grundlage.

Unsere Standardentwürfe passen zu jedem Leitbild, denn sie orientieren sich an dem Grundsatz:

Möglichst alles für einen Kranken zu tun, was diesem hilft und alles zu unterlassen, was ihm schadet.